Eine Passage in dem Liederzyklus rührt besonders an: Im Schein der Kerzen fühlt sich das erzählende Ich in seine Kindheit zurückversetzt – und hofft, in dieser Verfassung erlösungswürdig zu sein: Da Lichter hell am Baum erglommen, / ist mir, als würd ich Kindern gleich, / als dürft ich mit euch Kleinen kommen, / zu teilen euer Himmelreich.
Das ist sicher kein Aufruf, sich in Erinnerungen schwelgend der Last der Gegenwart zu entziehen. Wohl aber lohnt es, sich in Vorbereitung auf Weihnachten die kindliche Offenheit neu zum Vorbild zu machen, empfiehlt Johanna Beck. Angesichts der drängenden Zukunftsfragen plädiert der Klimaforscher Mojib Latif für Entschiedenheit – und Zuversicht. Und Felix Evers entdeckt in mittelalterlichen Adventsgesängen sehr zeitgemäße Meditationsanregungen.