Zum fünften Jahrestag des ersten Corona-Lockdowns in Deutschland werden die Rufe nach einer gründlichen Aufarbeitung lauter. Diese solle sachlich und nicht so polemisch erfolgen wie viele der damaligen Debatten, mahnte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen und Rechthaberei, sondern vor allem um die richtigen Schlussfolgerungen für künftige Pandemien. Inhaltlich bezeichnete es Reinhardt als Fehler, dass seinerzeit die Schulen geschlossen wurden: „Schülerinnen, Schüler, junge Menschen waren nicht wie befürchtet die Treiber der Pandemie. Das ist ein Beispiel dafür, wo wir auch heute schon sagen können: Da ist ein falscher Kurs eingeschlagen worden.“
Auch seitens der Kirche wurden Fehler gemacht, räumte der katholische Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, ein. Obwohl es durchaus Seelsorger in Altenheimen oder Krankenhäusern gegeben habe, belaste es ihn heute, dass etwa Großmütter sterben mussten, ohne ihre Enkel noch einmal sehen zu können. Für sich persönlich erklärte Wilmer, „dass ich stärker auf mein Herz höre und gegebenenfalls mutiger sein könnte“.