LateinamerikaGedenktage

Erinnerung an den Beginn einer Militärdiktatur – und den Mord an einem Erzbischof, der sich auf die Seite der Unterdrückten stellte.

In dieser Woche jährten sich gleich zwei Ereignisse des 20. Jahrhunderts, die bis heute bedeutsam sind: Mit dem Militärputsch vom 24. März 1976 begann in Argentinien eine Zeit der Diktatur, die bis 1983 andauern sollte. Zur Erinnerung an die damaligen Schrecken wurden nun auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires weiße Taschentücher aufgehängt. Sie sind vor allem Ausdruck der Trauer über die geschätzt 30000 desaparecidos, die „Verschwundenen“, welche die Militärregierung entführen ließ und die nie aus der Geiselhaft zurückkehrten.

Zudem jährte sich am 24. März zum 45. Mal der Tod Óscar Romeros. Der damalige Erzbischof von San Salvador hatte sich in seinen Predigten und seinem Wirken für die Armen, Entrechteten und die Kranken eingesetzt, nicht ohne die Verbrechen der Mächtigen seines Landes (El Salvador) zu kritisieren. Dafür wurde er 1980 im Auftrag der Militärdiktatur während der Feier der Heiligen Messe am Altar erschossen.

Beide Gedenktage können Mahnung sein, dass Diktatur und Unfreiheit weiterhin eine Bedrohung darstellen, gerade für die Schwächsten.

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