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Gottesdienst 6–7/2025

6-7 / 20253. März 2025

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

die leider immer noch weitverbreitete Unsitte, am Sonntag eine der beiden Lesungen auszulassen (meist trifft es die alttestamentliche Perikope), ist in den Geprägten Zeiten besonders ärgerlich. Denn die beiden Lesungen und das Evangelium bilden eine thematische Einheit und geben der entsprechenden Zeit ihr jeweiliges Profil.
Dies lässt sich exemplarisch an den Sonntagen der Österlichen Bußzeit aufzeigen: Jedes Jahr wird in fünf gleichen Etappen (Frühzeit, Abraham, Exodus, im Gelobten Land, Verheißung) die Heilsgeschichte des Alten Bundes unter einem anderen Gesichtspunkt durchschritten (Lesejahr A: Leben, B: Bund, C: Land). Und jedes Jahr sprechen die Evangelien des dritten bis fünften Sonntags einen prägenden Aspekt der Fastenzeit an (A: Taufe, B: Tod/Auferstehung, C: Umkehr). Die neutestamentliche Lesung ist immer so gewählt, dass sie Motive aus den beiden anderen Texten aufgreift und eine Klammerfunktion ausübt.
Das Verständnis dessen, was im Wortgottesdienst verkündet wird, wird erschwert, wenn man eine dieser Lesungen auslässt (und das womöglich noch in einem willkürlichen Wechsel zwischen alt- und neutestamentlicher Lesung). Wer aus pastoralen Gründen oder gar aus Gewohnheit („Das war immer schon so!“) eine Lesung weglässt, sollte bedenken, dass die Leseordnung nicht zufällig entstanden ist. Sie kann – trotz aller Schwächen im Detail – als sorgfältig abgestimmtes Mittel gesehen werden, um der Gemeinde das zu erschließen, was für den Glaubensweg auch heute noch wichtig ist.

Ihr Manuel Uder

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 61-63

    „Ich glaube!“

    Taufwasserweihe Osternacht

    Mit der Einführung der Erneuerung des Taufversprechens in die Ostervigil wurde an verschiedene Traditionen angeknüpft. Wie kam es zu dieser Reform, und welche Überlegungen standen dahinter?

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