Immanuel - Gott mit uns - Gottesdienst zu Weihnachten - Für Senioren

Vorbereiten: Eine Krippe ist aufgestellt.

Einführung

Herzlich willkommen zu unserem Weihnachtsgottesdienst! Mit den Christen in der ganzen Welt feiern wir die Geburt Jesu. Schon vor seiner Geburt wurden ihm zahlreiche Namen und Titel gegeben. Einer davon ist Immanuel – Gott mit uns. Heute wollen wir uns Gedanken machen, was dieser Titel »Gott mit uns« für uns bedeutet. Stimmen wir uns aber zunächst ein mit dem Lied:

Lied: GL 237 »Vom Himmel hoch«

(alternativ: GL 252 »Gelobet seist du, Jesus Christ«)

In der Lesung und im Evangelium werden wir folgende Sätze hören:

Kyrie

»Heute ist euch der Retter geboren«, »Sein Name ist: Gott mit uns«, »Auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade«. Wie oft haben Sie diese oder ähnliche Sätze in Ihrem Leben bereits gehört? Heute hören Sie, hören wir, diese Sätze wieder. Wie denken Sie darüber?

Wir spüren, dass wir alle Gottes Erbarmen brauchen. Aus Erbarmen mit den Menschen und um ihnen zu helfen, ist er in Jesus Mensch geworden. Gott ist mit uns. Dies feiern wir heute und rufen: Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison!

Gebet

Herr unser Gott! Jahr für Jahr feiern wir Weihnachten, hören wir die Weihnachtsbotschaft, singen wir Weihnachtslieder. Auch jetzt sind wir zusammengekommen um die Botschaft von der Menschwerdung Jesu neu aufnehmen. Wir wollen uns vergewissern, dass du trotz allem, was sich dem Frieden und dem Glück auf der Welt entgegenstellt, mit uns bist. Gib uns dazu ein offenes Ohr und ein bereites Herz, damit wir hören, verstehen und leben. Darum bitten wir dich, heute und alle Tage und in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung: Jes 7, 10–14

Evangelium: Mt 1,18–25 (oder: Lk 2,1–20)

Ansprache

»Gott ist mit uns« – klingt das nicht etwas euphorisch? Floskelhaft? Unglaubwürdig? Täglich erfahren wir aus den Medien, wie es in der Welt drunter und drüber geht. Auch hier im Haus, in unserer kleinen Welt, ist das Leben nicht immer einfach. Doch die Lesung sagt, Gott kommt gerade in eine solche Welt. Die Verheißung an den König Ahas, die wir gehört haben, ist in einer Zeit ergangen, als das Reich Juda, ein kleines Königreich, in Gefahr war, bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den es umgebenden Großmächten aufgerieben zu werden. Es bestand kaum Aussicht auf Frieden. Auch zur Zeit der Geburt Jesu herrschte innerhalb des Römischen Reiches Friede nur so lange, als das römische Militär ihn sichern konnte. Trotzdem gab es Unruhen, Terror, Kriege, herrschten Gewalt und Korruption. In einer solchen Situation fühlt sich der einzelne »kleine Mann« machtlos, vernachlässigt, getäuscht, hilflos… Wir spüren das bei uns selbst. Wir fühlen, ja leiden mit den Menschen, die in einen Krieg verwickelt sind, können aber ihre Situation nicht ändern. Wir möchten gerne etwas für jemanden tun, sind aber machtlos. Wir möchten gerne glauben, dass Gott mit uns ist, doch da geschieht etwas, das an diesem Glauben rüttelt. Die Welt ist offensichtlich nicht besser geworden.

Gibt oder gab es aber nicht doch im Leben immer wieder Momente, in denen wir die Nähe Gottes spürten? Lebensabschnitte, an denen wir uns wie von einer Welle des Glücks getragen fühlten? Waren es die glücklichen Stunden, in denen uns »himmelhochjauchzend« zumute war? Waren es jene Momente, in denen wir eine schwierige Entscheidung fällen mussten? In denen uns ein Weg klar wurde? Als wir uns – im Vertrauen auf »viel Glück und den Segen von oben« – zu etwas entschlossen haben, das wir bis in all seinen Konsequenzen nicht einschätzen konnten? Oder Augenblicke der Stille oder Momente einer tiefen, inneren Ruhe, in denen uns etwas »aufgegangen« ist?

Das Weihnachtsevangelium sagt uns: Gott lässt die Menschen in ihren Nöten, Fragen und Unsicherheiten nicht allein. In Jesus ist er Mensch und dadurch in allem uns gleich geworden. Er weiß, wie es ist als Kind, als Heranwachsender, als Erwachsener, als Berufstätiger, als Erfolgreicher, als Verfolgter und Verurteilter, als Mensch, der Hunger hat, der müde ist, der Angst hat, der um sein Leben fürchtet und der sich von allen verlassen erlebt. In allen diesen Situationen hat er aber daran festgehalten, dass Gott mit ihm ist. Immer wieder hat er zurückgezogen, um den Kontakt mit seinem Vater zu pflegen und daraus Kraft zu schöpfen. An ihm können wir uns orientieren und anhalten. Das Vorbild seines Lebens und sein Vorbild an Gottvertrauen ist ein Geschenk – gewissermaßen ein Weihnachtsgeschenk Gottes – an uns. Wenn wir es annehmen und wie Jesus aus einer tiefen Gottverbundenheit leben, spüren wir, dass Gott mit uns ist.

Ich lade Sie ein nachzudenken, was dies für uns persönlich und unser Leben im Heim bedeutet. Frau/Herr… trägt dazu einige Gedanken vor. Antworten Sie darauf mit den Worten »Gott ist mit uns«:

Wenn Menschen aufeinander zugehen, spüren wir: Gott ist mit uns.

Alle: Gott ist mit uns. (KV)

Wenn Menschen füreinander da sind, spüren wir: – KV
Wenn Menschen einen Streit begraben, spüren wir: KV
Wenn sich Menschen wieder versöhnen, spüren wir: – KV
Wenn Menschen einander froh machen, spüren wir: – KV
Wenn Menschen einander trösten, spüren wir: – KV
Wenn Menschen Vorurteile abbauen, spüren wir: – KV
Wenn Menschen Hoffnung verbreiten, spüren wir: – KV
Wenn… (Aktuelles einfließen lassen) – KV

Wo wir das tun – und dazu haben wir manche Möglichkeiten –, ist Gottes Wirken spürbar, ist Gott bei uns, ist Weihnachten.

Lied: GL 249 »Stille Nacht«

Lobpreis

Der/Die Leitende des Gottesdienstes stellt sich zur Krippe und betet den Lobpreis.

Gott, du bist mit uns. Wir wollen dich loben und preisen. Du überlässt die Menschen nicht sich selber, sondern bist bei ihnen, dort, wo sie sind. Das sagt uns dein Sohn Jesus, der Mensch geworden ist. (nimmt die Jesus-Figur aus der Krippe und zeigt sie) In Jesus hat dein Wort Gestalt, Hand und Fuß, angenommen. Er zeigt uns, wie du bist: ein Gott, der die Menschen ernst nimmt. Ein Gott, der auf die Menschen zugeht. Ein Gott, der den Menschen die Hand reicht. Ein Gott, der sich von den Menschen berühren lässt. Ein Gott, der in das Leben der Menschen eintaucht und der uns durch die Höhen und Tiefen des Lebens begleitet. (legt die Jesus-Figur wieder zurück) Darüber staunen wir, dafür sind wir dir dankbar, dafür beten wir dich an und singen dir voll Freude unser Lied:

Heilig, heilig, heilig … (oder: ein Gloria- oder Weihnachtslied)

Fürbitten

Herr Jesus Christus, immer wieder wird uns gesagt, dass du an unserer Seite bist und mit uns durchs Leben gehst. Doch oft tun wir uns schwer damit, dies zu spüren und daran zu glauben. Darum bitten wir: Komm zu ihnen. (KV) – Alle: Komm zu ihnen.

Wir bitten für alle, die einsam, traurig und mutlos sind: – Alle: Komm zu ihnen.
Wir bitten für alle, die keine Freude mehr am Leben haben: – KV
Wir bitten für alle, die krank sind und Schmerzen haben: – KV
Wir bitten für alle, die im Glauben keine Kraft mehr finden: – KV
Wir bitten für alle, die jetzt gerne bei uns wären: – KV
Wir bitten für unsere Angehörigen und für alle, mit denen wir gerne Weihnachten feiern würden: – KV
Wir bitten für alle, die heute hier im Haus Dienst haben – und auch für ihre Angehörigen:
Wir bitten für alle, die du zum Weihnachtsfest zu dir gerufen hast: – KV

Jesus, du bist Mensch geworden und hast dein Leben mit uns geteilt. Dies feiern wir heute. Begleite uns und alle, für die wir beten, mit deiner Liebe, deiner Güte und deiner Barmherzigkeit. Darum bitten wir dich heute und alle Tage und in alle Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

Mit Jesus Christus, dem »Gott mit uns«, beten wir zu unserem gemeinsamen Vater:

Friedensgruß

Wir wünschen nun uns und allen Menschen den Frieden Gottes, den die Engel in Betlehem verkündet haben.

Kommunionspendung (Wenn vorgesehen)

Meditation

Gott schenkt sich denen, die alleine sind.

Gott schenkt sich denen, die nicht damit rechnen.

Gott schenkt sich denen, die nicht wissen, wie sie den nächsten Tag verbringen sollen.

Gott schenkt sich denen, die nur Dunkel um sich sehen.

Gott schenkt sich denen, die guten Willens sind.

Gott schenkt sich uns.

Gott sei Dank.

Gebet

Herr Jesus Christus, weil du geboren und mit uns Menschen bist, haben wir die Zuversicht, dass für alle, die im Dunkel sind, ein Licht leuchtet. Gib, dass vor allem aber die Verzagten und Mutlosen wenigstens heute, an Weihnachten, dieses Licht sehen. Deine Nähe schenke uns – wie alt wir auch sind und wie schwach wir uns auch immer fühlen – Mut zum Leben. Wir danken dir, loben und preisen dich – heute und alle Tage und in alle Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, der in Jesus unser Bruder geworden ist, sei immer in unserer Nähe. – Amen.

Seine Nähe schenke uns Kraft, Hoffnung und Zuversicht. – Amen.

Sein Friede erfülle uns und bleibe bei uns allezeit. – Amen.

Es segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. – Amen.

Schlusslied: GL 238 »O du fröhliche«

Hanns Sauter

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