Wenn die Temperaturen sinken und der erste Schnee fällt, beginnt für viele Tiere eine herausfordernde Zeit. Der Winter stellt hohe Anforderungen an ihre Überlebensstrategien. Doch wie schaffen es Tiere, in der kalten Jahreszeit zu überleben? Erforschen Sie gemeinsam mit den Kindern dieses spannende Naturphänomen.
Überwinterungsstrategien der Tiere
Tiere haben unterschiedliche Methoden entwickelt, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Sie lassen sich in drei Anpassungsstrategien einteilen: Winterschlaf, Winterruhe und Winteraktivität.
- Winterschlaf – Ruhen bis zum Frühling
Einige Tiere senken ihre Körpertemperatur und Herzfrequenz, um Energie zu sparen. Sie schlafen tief und wachen erst im Frühling wieder auf. Beispiele: Igel, Fledermäuse, Siebenschläfer.
- Winterruhe – Immer wieder aufwachen
Tiere in Winterruhe schlafen nicht durchgehend, sondern wachen zwischendurch auf, um Nahrung aufzunehmen. Beispiele: Braunbären, Dachse, Eichhörnchen.
- Winteraktiv – Trotz Kälte unterwegs
Viele Tiere bleiben auch im Winter aktiv und passen sich an die kalten Bedingungen an. Sie bekommen ein dickeres Fell oder wechseln die Farbe, um sich besser zu tarnen. Beispiele: Füchse, Rehe, Hasen, Vögel.
Wintertierbeobachtungen
Die kalte Jahreszeit bietet zahlreiche Möglichkeiten, um mit Kindern die Natur und die Tiere zu beobachten und zu erforschen:
- Spuren im Schnee entdecken: Nach einem frischen Schneefall ist es besonders spannend, draußen auf Spurensuche zu gehen. Mit einem Bestimmungsbuch zu Tierspuren ausgestattet, finden die Kinder heraus, welche Tiere sich in der Nähe aufgehalten haben. Sind es die kleinen Pfoten eines Eichhörnchens oder die Abdrücke einer Vogelkralle? Das Vergleichen der Spuren regt die Beobachtungsgabe der Kinder an und fördert ihr Interesse an der heimischen Tierwelt.
- Vogelhaus errichten und Vögel beobachten: In den kalten Monaten finden viele Vögel je nach Region und Gestaltung von Gärten nur noch wenig Nahrung. Ein selbst gebautes Futterhaus ist nicht nur eine wertvolle Hilfe für die Tiere, sondern auch eine gute Beobachtungsmöglichkeit für Kinder. Welche Vögel kommen zur Futterstelle? Unterscheiden sie sich in Größe und Farbe? Welche Samen oder Körner fressen welche Vögle besonders gern? Die Kinder können zudem ein Futtertagebuch führen, in dem sie ihre täglichen Beobachtungen festhalten.
- Winterfell und Tarnung untersuchen: Warum wird das Fell von manchen Tieren im Winter weiß? Diese Frage erforschen Kinder durch Bilder, Stoffmuster und kleine Experimente. Schneehase und Hermelin passen sich farblich ihrer Umgebung an, um sich besser vor Feinden zu schützen. Um den Tarnmechanismus spielerisch zu veranschaulichen, können Kinder versuchen, weiße und braune Gegenstände in verschiedenen Umgebungen (z. B. auf Schnee oder Waldboden) zu verstecken. Welche sind schwerer zu entdecken und zu finden?
Drei Soforthilfen für heimische Tiere im Winter
Kinder können aktiv dazu beitragen, dass Tiere den Winter gut überstehen. Folgende drei Ideen lassen sich mit wenig Aufwand umsetzen:
Futterstelle für Eichhörnchen einrichten
In der Regel ist es nicht notwendig, Eichhörnchen im Winter zu füttern. Wenn dieser jedoch deutlich länger als gewohnt andauert oder das Nahrungsangebot in der Stadt nicht ausreicht, dann macht es Sinn, diese Tiere zu füttern. Besonders geeignet sind Hasel- und Walnüsse, Sonnenblumenkerne und trockene Maiskörner. Die Kinder legen das Futter im Kita-Garten unter Bäume und Sträucher, also in Nähe des Lebensraums der Tiere. Mit etwas Geduld und aus einiger Entfernung können sie die Eichhörnchen beim Knabbern beobachten.
Unterschlupf für Igel und Insekten schaffen
Viele Tiere benötigen im Winter geschützte Rückzugsorte, um sich vor Kälte und Feinden zu schützen. Laubhaufen im Garten oder kleine Holzstapel können ein sicheres Zuhause für Igel und Insekten bieten. Eine einfache Möglichkeit, einen Unterschlupf zu schaffen, ist das Aufschichten von Zweigen und Laub in einer ruhigen Ecke des Kita-Gartens. Diese Naturverstecke bieten nicht nur Schutz, sondern fördern auch die Artenvielfalt im Garten oder auf dem Kita-Gelände.
Wasserstellen eisfrei halten
Wasser ist auch im Winter für Tiere essenziell, doch viele natürliche Quellen frieren bei niedrigen Temperaturen zu. Kinder können hier Abhilfe schaffen, indem sie flache Wasserschalen im Kita-Garten oder auf dem Kita-Gelände bereitstellen und dort regelmäßig das Eis entfernen. Besonders für Vögel ist dies wichtig, da sie nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Gefiederpflege Wasser benötigen. Eine Möglichkeit, das Wasser länger eisfrei zu halten, ist das Platzieren eines kleinen, schwimmenden Gegenstandes in der Schale, der die Wasseroberfläche in Bewegung hält.