Spielräume schaffen, Lernwelten öffnen

Liebes 2022
© Edi

Für Kinder unter drei Jahren ist das Spielen weit mehr als nur Zeitvertreib. Es eröffnet ihnen zahlreiche Möglichkeiten, die Welt zu begreifen und eigene Fähigkeiten zu erproben. Dabei zeigt sich früh, wie individuell die Interessen der Jüngsten sind. Diese Vielfalt anzuerkennen und zu begleiten, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben pädagogischer Fachkräfte.

Das explorative Spiel bildet den Ausgangspunkt: Kinder nutzen ihre Sinne, um ihre Umgebung zu begreifen, Gegenstände zu erkunden und erste Zusammenhänge zu verstehen. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, ansprechende und vielfältige Materialien bereitzustellen, die zum Experimentieren einladen. Gleichzeitig ist eine sensible Begleitung wichtig, die Sicherheit gibt, ohne zu lenken, und so Freiräume für eigenständiges Entdecken schafft.

Kinder brauchen nicht nur Zeit, eigene Spielideen zu entfalten, sondern auch Impulse, die ihren Horizont erweitern. Die Herausforderung für pädagogische Fachkräfte liegt darin, Lernprozesse im Sinne des Bildungsauftrags zu initiieren, ohne die Eigenständigkeit des kindlichen Spielprozesses zu beeinträchtigen. Die Balance zwischen Freiräumen und gezielten Impulsen erfordert Fingerspitzengefühl, eine aufmerksame Beobachtung sowie die Bereitschaft, flexibel auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Jüngsten einzugehen.

Wer diese Prozesse bewusst gestaltet, legt das Fundament für ganzheitliches Lernen und fördert die Kinder in ihrer Einzigartigkeit. Jedes Spiel ist ein Schritt auf dem Weg zu tieferer Selbstwahrnehmung und einem besseren Verständnis der Welt. Es gilt, diesen Weg mit Sorgfalt und Offenheit zu begleiten.

Viel Freude bei Ihrer Arbeit mit den Jüngsten wünscht

Ulrike Fetzer
(Chefredakteurin)

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